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Warum bist du BFFS-Regionalpat*in geworden und welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Ich war, bevor ich BFFS-Regionalpate geworden bin, eh schon regelmäßiger Besucher der Stammtische in Köln, dort ein interessierter Zuhörer und ab und an auf Grund meiner diversen beruflichen Tätigkeiten in den Gesprächen und Diskussionen auch involviert und so lag es eventuell nahe, mich zu fragen, ob ich mir nicht einfach vorstellen könnte, mit im Team der Regionalpat*innen in der Region West zu sein, und das konnte ich.

Da ich die Informationsquellenlage im Schauspielberuf ab und an schon etwas „diffus“ fand und da und dort auch immer noch finde, empfand ich das Anliegen des BFFS, eine Sammelstelle für unterschiedlichste Informationen zu schaffen, zu jedem Zeitpunkt sehr erstrebenswert und würde auch diese Zugänglichkeit zu klaren und verständlichen Infos als ein Thema nennen, das mir sehr am Herzen liegt. Durch meine Tätigkeiten im Castingbereich, als Dozent und Leitung einer Schauspielschule sind es wohl dann auch diese Themen, in denen ich mich eventuell besser auskenne: Casting, Datenbanken, Ausbildung und Ausbildungsqualität. Die Arbeit als Intimitätskoordinator*in hat da nun ein weiteres Feld aufgemacht, das mich auch an der Arbeit des BFFS sehr interessiert.

Was macht dir an der Arbeit als Regionalpat*in besonders Spaß?

Dieses Jahr hat mir auf alle Fälle die Arbeit für Meals4Monologues wirklich sehr, sehr viel Vergnügen bereitet. Es war bezaubernd zu sehen, wie kurze ungezwungene und analoge Arbeitstreffen durchaus allen teilnehmenden Parteien Freude machen können, wie kurze eindringliche Begegnungen stattfinden und dabei auch noch eine wirklich beachtliche Menge an Spenden für einen guten Zweck gesammelt werden konnte.

Wie habt ihr als Regionalpat*innen-Team die Stammtische durch die Corona-Zeit gebracht?

Digitale Stammtische! Schon absurd, dass man sich vor der Corona-Zeit digitale Treffen in größeren Gruppen nicht so wirklich vorstellen konnte und eine Pandemie später wissen wir alle, dass das aber schon irgendwie geht …

Nun arbeiten wir trotzdem daran, diejenigen wie- der zurückzugewinnen, denen analoge Treffen lieber sind als digitale, da wir doch das Gefühl haben, manch einen eventuell verloren zu haben, den oder die wir wieder zurückgewinnen möchten.

Wenn du kein*e Schauspieler*in geworden wärst, welchen Beruf hättest du alternativ gewählt?

Die Frage ist wirklich tricky, denn ich habe aus Versehen ja weitere Berufe alternativ oder zusätzlich gewählt, vielleicht auch, weil mir damals niemand gesagt hatte, dass es keine Mehrfachwahl gibt. In letzter Zeit interessiert mich das „Coachen“, „Fotografieren“ und eventuell auch das „Inszenieren“ mehr und mehr, aber in meiner Jugend wollte ich eigentlich Profibasketballer werden und habe da eine Menge Schweiß und Zeit für geopfert.

Gibt es eine Erfahrung, die dein Leben nachhaltig verändert hat?

Das wird wohl meine Geburt gewesen sein (auch wenn ich mich nicht wirklich daran erinnern kann). 2022 hatte ich dann noch einen „blöderen“ Unfall, der eine U-Bahn (die U2), ein Bein (dummerweise meins) und einen Bahnsteig beinhaltete und der zwar zum Glück nur noch wenig physische Nachwirkungen hat, aber mich gedanklich weiterhin im Nachhinein ein wenig beschäftigt: „Manche Wege muss man eventuell noch versuchen zu gehen, wenn man sie auch noch gehen kann.“

Was sollte ein*e Schauspieler*in unbedingt können?
An Drehtagen den Text!
Darüber hinaus gibt es natürlich einiges, was Schauspieler*innen beherrschen können sollten und das auch noch in einem Maße, dass man das

ANZEIGE Können und die Arbeit dahinter absurderweise gar nicht sieht. Gleichzeitig ist die Krux dieses Könnens, also, dass es im besten Falle mühelos und einfach erscheint, ohne dies jedoch zu sein, auch die, dass wir die Wertigkeit unseres Berufsstands und einer adäquaten Ausbildung immer wieder verteidigen müssen. Aber für mich sieht es im Fernsehen ja auch easy aus, wenn Ronaldo einen 40-Meter-Pass beim Fußball locker mit dem Fuß
auf den Boden holt, mit ein paar gekonnten Dribblings Verteidiger umkurvt und den Ball dann ins
Tor neben den Torwart knallt. Und erst, wenn ich es selbst probiere, bemerke ich, dass meine Füße
das definitiv nicht mehr können werden. Dann also lieber Markierungen treffen!

Welche Persönlichkeit beeindruckt dich und warum?
Oh, wo fängt man da an und wo hört man auf ? Mich beeindrucken tatsächlich verschiedenste Persönlichkeiten, von philosophischen Vordenker*innen über Erfinder*innen bis hin zu Künstler*innen, und da natürlich berufsbedingt auch Regisseur*innen, Fotograf*innen, Autor*innen und Schauspieler*innen. Warum ist da eventuell einfacher: Vordenken, durchdenken, mutig sein und bleiben, dranbleiben, aushalten, bewegen und berühren.

Wenn du ein Video von einer Situation aus deinem Leben haben könntest, welche Situation würdest du wählen?

Die Frage ist eher, wen würde ich für Regie und Kamera nehmen. Wes Anderson oder Robert Eggers? Oder eher Klassiker wie Scorsese oder Spielberg? Tarantino? Deakins? Lubezki? Cronenweth?

Welche Serie oder welcher Film hat dich in der
Kindheit geprägt?

Als Fernsehkind der 90er: Alf, Ein Colt für alle Fälle, Knight Rider, Baywatch. Film: Ganz klar Star Wars (IV, V und VI, bevor noch jemand was anderes denkt).

 

Dominik Klingberg
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